Laut einem am 11. August 2026 veröffentlichten Bericht von Bloomberg und StreetInsider hat Anthropic mit dem Cloud-Computing-Unternehmen Riot Platforms eine Vereinbarung über rund 9 Milliarden US-Dollar getroffen, um sich die enorme KI-Rechenkapazität zu sichern, die seine Claude-Modelle benötigen Intelligenz.

Die Vereinbarung ist das jüngste Zeichen dafür, dass es in der KI-Branchenberichterstattung Ende 2026 zunehmend um Beton, Stahl und Elektrizität sowie um Algorithmen geht. Da Grenzmodelle immer größer werden, schließen die Unternehmen, die sie bauen, jahrzehntelange Verträge für Strom und Kühlung ab.

Die Bedingungen, wie berichtet

Während die Unternehmen keine einzige einheitliche Pressemitteilung veröffentlicht haben, zeichnen die Finanzkanäle ein einheitliches Bild der Vereinbarung:

  • Wert: Bloomberg und StreetInsider berichten, dass die Anthropic-Riot-Vereinbarung einen Wert von etwa 9 Milliarden US-Dollar hat. Investing.com bezifferte den von Riot gesicherten Mietvertrag auf etwa 9,1 Milliarden US-Dollar.
  • Dauer: StreetInsider berichtete von einer 20-jährigen Verpflichtung.
  • Umfang: Der Deal umfasst laut StreetInsider etwa 191 Megawatt KI-Rechenzentrumskapazität.
  • Zeitplan: Stock Titan berichtete, dass der Mietvertrag voraussichtlich mit der Bereitstellung von Kapazität beginnen wird, wobei 96 Megawatt im Dezember 2027 ans Netz gehen sollen.

Riot gab den Mietvertrag im Rahmen seiner Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 bekannt, wobei das Unternehmen auch die Erwartungen der Analysten in Bezug auf den Umsatz übertraf. Wie Benzinga und Seeking Alpha berichteten, stiegen die Aktien aufgrund der Ergebnisse und des bahnbrechenden Deals sprunghaft an.

Warum ein Bitcoin-Miner KI-Workloads hostet

Riot Platforms ist vor allem als eines der größten börsennotierten Bitcoin-Mining-Unternehmen in Nordamerika bekannt. Aber Miner wie Riot verfügen genau über das, was KI-Unternehmen brauchen: große Anlagen, die bereits für einen enormen Stromverbrauch ausgelegt sind, Zugang zu billigem Strom und die Kühlinfrastruktur, die erforderlich ist, um Hardware rund um die Uhr zu betreiben.

Da die Margen beim Kryptowährungs-Mining unter Druck geraten sind und die KI-Nachfrage explodiert ist, haben immer mehr Miner damit begonnen, Teile ihrer Standorte in KI-Rechenzentren umzuwandeln. KI-Hosting erzielt in der Regel weitaus höhere Einnahmen pro Megawatt als Krypto-Mining, was den Pivot wirtschaftlich attraktiv macht – vorausgesetzt, die Einrichtungen können die strengeren Zuverlässigkeits- und Latenzstandards erfüllen, die KI-Unternehmenskunden fordern.

Für Anthropic liegt der Reiz auf der Hand. Das Trainieren und Ausführen von Grenzmodellen erfordert enorme Mengen an Rechenleistung, und der Vorrat an fortschrittlichen KI-Chips und den Einrichtungen für deren Unterbringung ist knapp. Die Bindung von fast 200 Megawatt an dedizierter Kapazität für zwei Jahrzehnte gibt dem Unternehmen ein gewisses Maß an Sicherheit in einem Markt, in dem die Rechenleistung zu einem strategischen Engpass geworden ist.

Ein bestimmendes Thema des Jahres 2026: Rechenleistung als strategisches Gut

Der Anthropic-Riot-Deal passt in ein breiteres Muster, das dieses Jahr dominiert hat. In der gesamten Branche investieren KI-Labore, Cloud-Anbieter und Finanzinstitute Kapital in die Infrastruktur. Nur einen Tag zuvor kündigte Nvidia eine Partnerschaft mit Wall-Street-Giganten wie Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR an, um KI-Rechner-Finanzierungsplattformen zu etablieren, die darauf abzielen, über 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital zu mobilisieren.

OpenAI verfolgt unterdessen den Aufbau eines eigenen Rechenzentrums im Wert von mehreren Milliarden Dollar, einschließlich angeblicher Pläne in Ohio. Der rote Faden besteht darin, dass die bahnbrechende KI-Entwicklung heute sowohl durch den Zugang zu Energie und Einrichtungen als auch durch bahnbrechende Forschungsergebnisse eingeschränkt wird.

Diese Infrastrukturabkommen haben auch politisches Gewicht. Energiehungrige Rechenzentren haben die Aufmerksamkeit von Gesetzgebern und Gemeinden auf sich gezogen, die über Netzbelastungen und Umweltauswirkungen besorgt sind, und Unternehmen haben begonnen, ihre Ausbauten im Hinblick auf nationale Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu gestalten.

Was es für Anthropic bedeutet

Insbesondere für Anthropic stärkt die Sicherung der langfristigen Rechenleistung seine Position als ernsthafter Herausforderer von OpenAI und Google im Rennen um Grenzmodelle. Das Unternehmen befindet sich in einer Phase der Mittelbeschaffung und Expansion, und durch die Bindung dedizierter Kapazität verringert sich die Abhängigkeit von einem einzigen Cloud-Anbieter für die GPUs, die Claude zugrunde liegen.

Es signalisiert auch Zuversicht: Ein 20-jähriges Engagement impliziert, dass Anthropic davon ausgeht, dass die Nachfrage nach KI-Rechnungen auf absehbare Zeit hoch bleiben wird, und nicht nur durch einen kurzfristigen Boom.

Der Weg vor uns

Die Auswirkungen des Deals werden von der Umsetzung abhängen. Es wird erwartet, dass die Kapazität erst Ende 2027 verfügbar sein wird, was bedeutet, dass der Rechenengpass, mit dem Anthropic heute konfrontiert ist, durch diese Vereinbarung erst in mehr als einem Jahr direkt entlastet wird. Bis dahin setzt das Unternehmen weiterhin auf bestehende Cloud-Partner.

Dennoch sind Größe und Dauer des Engagements eine klare Botschaft. In der aktuellen KI-Geschäftslandschaft kontrolliert derjenige, der die Rechenleistung kontrolliert, das Tempo des Fortschritts – und Anthropic zahlt viel Geld, um sicherzustellen, dass es einen bedeutenden Anteil an sich selbst kontrolliert.

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