Die in Sacramento angekündigte Richtlinie positioniert Kalifornien als den aggressivsten Akteur des US-Bundesstaates in Bezug auf KI-gesteuerte Cybersicherheit. Es kommt Tage, nachdem die neueste Berichterstattung über die KI-Branche enthüllte, dass bahnbrechende KI-Modelle die Fähigkeit bewiesen haben, in kontrollierten Tests selbstständig anspruchsvolle Cyberoperationen durchzuführen – eine Entwicklung, die politische Entscheidungsträger weltweit erschüttert hat.
Was das Programm tun wird
Nach Angaben des Gouverneursbüros weist Newsom die staatlichen Behörden an, vier Kernmaßnahmen zu ergreifen:
1. Einrichtung eines KI-Cyber-Abwehrprogramms, um die Verteidigungshaltung des Staates gegen KI-gestützte Bedrohungen zu zentralisieren.
2. Stärken Sie die Koordinierung der Cybersicherheit in der gesamten Landesregierung und brechen Sie Silos zwischen Behörden auf.
3. Erweitern Sie KI-gestützte Abwehrmechanismen für kritische Infrastrukturen und Kommunalverwaltungen und nutzen Sie dabei die gleiche Technologie, die Angriffe ermöglicht, als Verteidigungsinstrument.
4. Verbesserung der Vorbereitung auf neu auftretende KI-Cybersicherheitsvorfälle.
Die Initiative baut auf den kalifornischen Durchführungsverordnungen zu künstlicher Intelligenz aus den Jahren 2023 und 2026 auf, die zusammen den staatlichen Rahmen für den verantwortungsvollen, ethischen und transparenten Einsatz von KI in allen öffentlichen Behörden festlegten.
„Angriffe sind schneller, ausgefeilter und häufiger“
Newsom formulierte die Ankündigung als eine Wahl zwischen dem Warten auf eine Krise und dem sofortigen Handeln.
> „Die digitale Umgebung entwickelt sich vor unseren Augen rasant weiter. Angriffe sind schneller, raffinierter und häufiger und gefährden die grundlegenden Systeme, auf die Familien zählen. Kalifornien kann entweder auf die nächste Krise warten, oder wir können die Art von Verteidigung aufbauen, die dieser Moment erfordert. Wir entscheiden uns für den Aufbau.“
Das Büro des Gouverneurs stellte fest, dass jüngste Offenlegungen führender KI-Entwickler zeigten, dass fortschrittliche KI-Systeme in der Lage seien, in kontrollierten Testumgebungen selbständig anspruchsvolle Cyberoperationen durchzuführen, wodurch sogenannte „neue Risiken“ aufgedeckt würden. Gleichzeitig nutzen Angreifer immer leistungsfähigere KI-Systeme, um Angriffe kostengünstiger und effektiver denn je zu starten.
Warum kritische Infrastruktur im Fadenkreuz steht
Caroline Thomas Jacobs, Direktorin des California Governor's Office of Emergency Services (Cal OES) und Heimatschutzberaterin des Staates, sagte, das Programm ziele auf die Dienste ab, auf die die Kalifornier jeden Tag angewiesen seien.
> „Cyberangriffe können die wesentlichen Dienste beeinträchtigen, auf die die Kalifornier täglich angewiesen sind, einschließlich Wasser, Strom, Transport und Notfallkommunikation. Dieses neue Programm wird Cal OES und unseren Partnern dabei helfen, Bedrohungen früher zu erkennen, Informationen effizienter auszutauschen, die Abwehr zu stärken und schneller zu reagieren.“
Nick Maduros, Sekretär der Government Operations Agency, fügte hinzu, dass die Initiative staatlichen Behörden, lokalen Regierungen und Partnern kritischer Infrastruktur dabei helfen wird, „Cybervorfälle besser zu erkennen, zu verhindern und darauf zu reagieren und sicherzustellen, dass die wesentlichen Dienste, auf die sich die Kalifornier verlassen, sicher, belastbar und zuverlässig bleiben.“
Ein Hintergrund des Bundesrückzugs
Die Ankündigung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt in der US-amerikanischen Cybersicherheitspolitik. Das Büro von Newsom wies ausdrücklich darauf hin, dass das Programm kommt, „da Cyber-Bedrohungen immer komplexer werden und die Trump-Administration weiterhin wichtige Bundesmittel zurücknimmt“.
Bundesbeamte warnten kürzlich, dass kommunale Wassersysteme in Minnesota Ziel einer mutmaßlich mit dem Iran in Verbindung stehenden Cyberoperation waren, von der mehr als 30 Versorgungsunternehmen betroffen waren – ein deutliches Beispiel dafür, dass grundlegende öffentliche Dienstleistungen nun direkt im Visier ausländischer Gegner sind. Mehrere nationale Cybersicherheitsprogramme, auf die sich Landes- und Kommunalverwaltungen in der Vergangenheit verlassen haben, werden gleichzeitig auf Bundesebene zurückgefahren, teilte das Büro des Gouverneurs mit.
Für Kalifornien, die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt, möchte der Staat die Lücke, die der Rückzug der Bundesregierung hinterlassen hat, selbst schließen.
Das Dual-Use-Dilemma
Das Programm spiegelt eine zentrale Spannung in der modernen KI-Politik wider: Dieselben Fähigkeiten, die KI in den Händen von Angreifern gefährlich machen – Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und die Fähigkeit, autonom nach Schwachstellen zu suchen –, machen sie auch zu einem leistungsstarken Verteidigungsinstrument. Indem Newsom die Behörden anweist, „die KI-gestützten Abwehrmaßnahmen auszubauen“, setzt er darauf, dass Kalifornien KI als Schutzschild nutzen kann, selbst wenn es sich auf KI-gestützte Angriffe vorbereitet.
Diese Wette wird von einer wachsenden Zahl von Sicherheitsforschern und Startups geteilt, die argumentieren, dass die einzig realistische Verteidigung gegen KI-beschleunigte Bedrohungen die KI-beschleunigte Erkennung und Reaktion ist. Ob staatliche Behörden schnell genug handeln können, um diese Fähigkeiten aufzubauen – und die Talente für deren Leitung zu gewinnen – wird darüber entscheiden, wie viel Schutz das Programm in der Praxis bietet.
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