29 Länder unterzeichneten am Donnerstag in Shanghai eine Vereinbarung zur Gründung der World Artificial Intelligence Cooperation Organization (WAICO), einer von China geführten zwischenstaatlichen Organisation, von der Peking hofft, dass sie globale Regeln für KI festlegen und westlich geführten Governance-Initiativen entgegenwirken wird.
Die Unterzeichnung fand auf Chinas Flaggschiff-Konferenz für künstliche Intelligenz (WAIC) statt, wo Präsident Xi Jinping die Veranstaltung zum ersten Mal persönlich eröffnete. Für Beobachter, die AI Buzz Wire verfolgen, um sich über die neuesten Entwicklungen in der KI-Politik zu informieren, markiert der Start eine bedeutende Eskalation im geopolitischen Wettbewerb darüber, wer die Regeln für künstliche Intelligenz schreibt.
Nach Angaben der offiziellen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wird die WAICO eine unabhängige zwischenstaatliche internationale Organisation mit Sitz in Shanghai sein. Der chinesische Außenminister Wang Yi unterzeichnete das Abkommen im Namen der chinesischen Regierung.
Ein Rivale der westlichen Governance-Bemühungen
Das neue Gremium wird allgemein als Pekings Antwort auf die von den USA und Europa angeführten Bemühungen zur Festlegung von KI-Standards angesehen. Während Washington und seine Verbündeten freiwillige Verpflichtungen unter KI-Entwicklern und Exportkontrollen für fortschrittliche Chips vorangetrieben haben, positioniert sich China als Verfechter eines integrativeren, kooperativeren Ansatzes – der insbesondere darauf abzielt, Länder im globalen Süden zu umwerben.
In Berichten von Reuters und anderen internationalen Medien wurde beschrieben, dass das Abkommen China, Russland, Brasilien und 26 weitere Länder abdeckt. Der Start erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Vereinten Nationen separat an der Einrichtung eines unabhängigen internationalen wissenschaftlichen Gremiums für KI und eines globalen Dialogs zur KI-Governance arbeiten, was einige Analysten fragt, wie sich die neue Organisation mit Sitz in Shanghai zu diesen multilateralen Bemühungen verhalten wird.
China schlug erstmals im Juli 2025 die Gründung einer weltweiten KI-Kooperationsorganisation vor und stellte die Idee auf seiner jährlichen KI-Konferenz vor. Das Konzept wurde seitdem zu einer formellen Institution mit dem erklärten Ziel verfeinert, weltweit eine offene, integrative und gerechte KI-Entwicklung und -Governance zu fördern.
##Pekings diplomatischer Schwenk
Der Start von WAICO spiegelt einen umfassenderen Wandel in Pekings KI-Diplomatie wider. Analysten stellen fest, dass China von einem Fokus auf Infrastruktur und technische Standards zu umfassenderen Bemühungen übergeht, die darauf abzielen, die globalen Normen und Institutionen, die die KI regeln, neu zu gestalten.
Berichten zufolge sagte Ministerpräsident Li Qiang auf der Konferenz, dass China dazu beitragen wolle, die globalen Bemühungen zur Regulierung der sich schnell entwickelnden KI-Technologie zu koordinieren und die Fortschritte des Landes mit der Welt zu teilen. Die Botschaft richtete sich direkt an Entwicklungsländer, die sich von den von reichen westlichen Volkswirtschaften dominierten KI-Governance-Gesprächen ausgeschlossen fühlten.
Xi Jinping nutzte seinen Auftritt, um China als Alternative zu den Vereinigten Staaten in der Technologiekooperation zu positionieren. Staatliche Medien sagten, eine Weltorganisation für KI-Kooperation könne dazu beitragen, internationale Regeln festzulegen und die Zusammenarbeit zu fördern, indem sie die Initiative als öffentliches Gut und nicht als Machtspiel darstelle.
Was WAICO tatsächlich tun könnte
Details zu den spezifischen Funktionen der Organisation bleiben begrenzt, aber das Abkommen etabliert sie als ständige zwischenstaatliche Institution mit einem ständigen Sekretariat in Shanghai. Diese Struktur gibt China einen dauerhaften institutionellen Halt in der globalen KI-Governance, unabhängig davon, wie einzelne Mitgliedsstaaten sich auf bestimmte Richtlinien einigen.
Es wird erwartet, dass die Mitgliederliste wächst, da Peking aktiv weitere Unterzeichner aus Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Lateinamerika rekrutiert. Die Betonung von Inklusivität und gleichberechtigtem Zugang ist ein bewusster Kontrast zu den exklusiveren Gruppierungen, die sich zwischen den Vereinigten Staaten und ihren engsten Verbündeten gebildet haben.
Das größere geopolitische Bild
Der Start von WAICO erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Wettbewerb um die KI-Führung verschärft. Die Vereinigten Staaten haben die Exportkontrollen für fortschrittliche KI-Chips verschärft, die inländische Produktion durch umfangreiche Infrastrukturinvestitionen vorangetrieben und ihre Verbündeten ermutigt, ähnliche Beschränkungen einzuführen. China hat darauf reagiert, indem es seine eigene Chipentwicklung beschleunigt, wettbewerbsfähige Spitzenmodelle von Unternehmen wie Zhipu AI und Z.ai herausgebracht hat und nun internationale Institutionen aufbaut, die seinen technologischen Ambitionen entsprechen.
Für viele Entwicklungsländer bietet die neue Organisation einen Ort, an den Diskussionen über KI-Governance teilzunehmen, ohne gezwungen zu sein, sich in der Rivalität zwischen den USA und China für eine Seite zu entscheiden – zumindest theoretisch. Ob sich WAICO zu einem bedeutungsvollen Regelsetzungsgremium entwickelt oder weitgehend ein diplomatisches Gesprächsthema bleibt, hängt von den Ressourcen ab, die Peking bereitstellt, und von der Bereitschaft seiner Mitglieder, sich auf substanzielle Richtlinien zu einigen.
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