Durchgesickerte interne Finanzdokumente, die von Quartz überprüft und am 7. September 2026 veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass OpenAI im Jahr 2025 etwa 38,5 Milliarden US-Dollar verloren hat, eine Zahl, die zu einem heiklen Zeitpunkt ans Licht kommt, als sich der ChatGPT-Hersteller auf einen mit Spannung erwarteten Börsengang vorbereitet.
Das Leck hat eine Debatte neu entfacht, die in der KI-Branche seit Monaten schwelgt: ob Pionier-KI-Labore die nächsten großen Softwareunternehmen aufbauen oder etwas weitaus Kapitalhungrigeres. Laut Kommentaren zu den durchgesickerten Dokumenten stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr etwa um das 3,5-fache, aber gleichzeitig stiegen auch die Ausgaben – vor allem durch Rechenleistung, Talente und Infrastruktur. Für Leser, die die Entwicklung der Geschichte verfolgen: AI Buzz Wire verfolgt weiterhin jede wichtige KI-Geschäftsentwicklung, während sie stattfindet.
Was die durchgesickerten Dokumente zeigen
Laut der Berichterstattung von Quartz zeigen die durchgesickerten Finanzdaten, dass OpenAI jährlich Milliarden von Dollar verliert, wobei der Verlust für das Gesamtjahr 2025 etwa 38,5 Milliarden Dollar beträgt. In der Sekundärberichterstattung, einschließlich einer auf Stocktwits verbreiteten Zusammenfassung, wurde für den gleichen Zeitraum ein Betrag von etwa 39 Milliarden US-Dollar genannt, was mit der von Quartz gemeldeten Zahl übereinstimmt.
Die Umsatzentwicklung ist der erschwerende Faktor. Eine 3,5-fache jährliche Umsatzsteigerung wäre für fast jedes Unternehmen in der Softwaregeschichte außergewöhnlich und erklärt, warum Investoren trotz der Verluste weiterhin Geld in das Unternehmen gesteckt haben. Amazon hat Anfang des Jahres eine 50-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI abgeschlossen, eine der größten Einzelzusagen eines Unternehmens für ein KI-Labor überhaupt.
Die IPO-Frage wird schwieriger
Der Zeitpunkt des Lecks ist ungünstig. Berichten zufolge bereitet sich OpenAI auf einen Börsengang vor, und es wird erwartet, dass das Angebot zu den größten in der Geschichte gehört. Analysten von Benzinga und Investing.com haben bereits darüber spekuliert, wie der Börsengang von OpenAI – und ein paralleles Angebot des Konkurrenten Anthropic, der sich ebenfalls auf den Börsengang vorbereitet hat – Liquidität aus anderen Teilen des Technologiemarktes abziehen oder sogar steuerliche Verlustverkäufe bei angeschlagenen Technologieaktien auslösen könnte.
Jetzt haben potenzielle Investoren auf dem öffentlichen Markt etwas, was sie noch nie zuvor hatten: einen detaillierten Blick auf die tatsächliche Wirtschaftslage. Ein Jahresverlust von 38,5 Milliarden US-Dollar disqualifiziert ein wachstumsstarkes Unternehmen nicht automatisch – Amazon hat beim Aufbau seines Einzelhandelsimperiums jahrelang Geld verloren –, aber öffentliche Investoren fordern in der Regel einen glaubwürdigen Weg zur Rentabilität, und die durchgesickerten Dokumente deuten darauf hin, dass der Weg nach wie vor lang und teuer ist.
Ist KI ein Softwareunternehmen oder ein Dienstprogramm?
Die tiefere Frage, die das Leck aufwirft und die Analysten bereits wenige Stunden nach dem Auftauchen der Dokumente diskutierten, ist, was für eine Art Business-Frontier-KI eigentlich ist. Traditionelle Softwareunternehmen erzielen Bruttomargen von 70 bis 80 Prozent, da die Betreuung eines zusätzlichen Kunden fast nichts kostet. Wenn KI-Labore stattdessen wie kapitalintensive Versorgungsunternehmen strukturiert sind – mit Inferenzkosten, die linear mit der Nutzung wachsen, massiven laufenden Computerkäufen und intensivem Preiswettbewerb – ähneln die wirtschaftlichen Verhältnisse weitaus eher Fluggesellschaften oder der Halbleiterfertigung als denen von Salesforce.
Die Unterscheidung ist für die Bewertung von enormer Bedeutung. Ein margenstarkes Softwareunternehmen, das seinen Umsatz um das 3,5-fache pro Jahr steigert, würde eine Prämie verlangen, die nur wenige Unternehmen jemals erhalten. Ein Großunternehmen mit entsprechendem Kapitalbedarf würde ganz anders bewertet werden, unabhängig davon, wie schnell der Umsatz wächst.
Verluste waren bereits sichtbar
Die Zahlen für 2025 kamen nicht völlig aus dem Nichts. Zu Beginn dieses Jahres veröffentlichte Zahlen zeigten, dass OpenAI in einem einzigen Quartal einen Umsatz von 6,7 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, während es im gleichen Zeitraum Verluste in Höhe von 12,3 Milliarden US-Dollar verzeichnete, und Anthropics eigene IPO-Anträge haben den enormen Kapitalbedarf der Entwicklung von Grenzmodellen verdeutlicht. Neu ist die Granularität für das Gesamtjahr und die Bestätigung, dass die Verluste in großem Umfang anhielten, selbst als sich die Einnahmen vervielfachten.
Für den breiteren Markt ist die Sorge eine Ansteckungsgefahr. Wenn das erfolgreichste KI-Unternehmen der Welt 38,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr verliert, blutet mit ziemlicher Sicherheit auch jedes Unternehmen, das Grundlagenmodelle aufbaut, Kapital aus – und die Investoren, die sie finanzieren, werden irgendwann Renditen wollen.
Was als nächstes passiert
Weder OpenAI noch seine Investoren haben die durchgesickerten Zahlen zum Zeitpunkt des Schreibens öffentlich bestritten, und das Unternehmen hat sich nicht zur Echtheit der Dokumente geäußert. Wenn der Börsengang voranschreitet, werden diese Zahlen durch die S-1-Einreichung schließlich in geprüfter Form veröffentlicht, und jede signifikante Abweichung von den durchgesickerten Zahlen würde zu einer Geschichte für sich werden.
Bis dahin bietet das Leak das bisher klarste Bild der tatsächlichen Kosten des KI-Wettlaufs – und eine Vorschau auf die Prüfungen, denen das Unternehmen von Seiten öffentlicher Investoren ausgesetzt sein wird, die noch nie einen Verlust erlitten haben, den sie auf unbestimmte Zeit übernehmen könnten.
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