Das chinesische Startup PsiBot, auch bekannt als Lingchu Intelligence, sammelt in einer neuen Finanzierungsrunde fast 100 Millionen US-Dollar bei einem Wert von 1,48 Milliarden US-Dollar und ist damit eines der wenigen Einhörner im schnell wachsenden Bereich der verkörperten KI und Weltmodelle. Die Runde wird vom chinesischen Autohersteller Chery Automobile angeführt, unter Beteiligung von Lens Technology, einem Sensorhersteller, der Unternehmen wie Apple und Tesla beliefert.

Der Deal, über den Bloomberg und The Business Times am 23. Juli 2026 berichteten, unterstreicht, wie aggressiv chinesische Unternehmen auf Weltmodelle setzen – KI-Systeme, die Robotern und selbstfahrenden Fahrzeugen helfen, ihre physische Umgebung wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Um das Neueste darüber zu erfahren, wie sich der globale KI-Wettlauf entwickelt, verfolgen Sie die neuesten KI-Nachrichten unter AI Buzz Wire.

Was PsiBot baut

PsiBot entwickelt Weltmodelle, die über die großen Sprachmodelle und Chatbots hinausgehen, die heute die Schlagzeilen dominieren. Während ein LLM das nächste Wort in einem Satz vorhersagt, sagt ein Weltmodell voraus, wie sich eine physische Umgebung als Reaktion auf eine Aktion verändern wird – indem ein Roboter ein Objekt greift, durch ein Lagerhaus navigiert oder ein Auto die Bewegung eines Fußgängers vorhersieht.

„Weltmodelle zielen darauf ab, etwas Konsequenteres zu erreichen als die großen Sprachmodelle und Chatbots“, sagte Viktor Wang, Mitbegründer und CEO von PsiBot, gegenüber The Business Times.

Die Modelle des Unternehmens lernen aus realen Daten, die mit maßgeschneiderter Hardware erfasst werden, darunter mit Sensoren ausgestattete Handschuhe und humanoide Roboter. PsiBot betreibt und testet seine Plattformen bereits bei einem großen chinesischen Logistikanbieter und einem der weltweit größten Glasfaserkabelhersteller.

Ein Gründerteam mit tiefen Wurzeln

PsiBot wurde 2024 in Shanghai von einem Gründerquartett mit starken akademischen und industriellen Referenzen gegründet:

  • Viktor Wang – ein Doktortitel der George Washington University, der zuvor bei BlackBerry und JD.com gearbeitet hat
  • Chai Xiaojie – ein Robotik-Veteran der Alibaba Group und Tencent
  • Yang Yaodong – stellvertretender Dekan der Peking-Universität
  • Chen Yuanpei – ein Gastwissenschaftler an der Stanford University, dessen Berater der renommierte KI-Wissenschaftler Li Fei-Fei ist

Diese Kombination aus akademischen Verbindungen im Silicon Valley und umfassender chinesischer Branchenerfahrung ist bei Chinas führenden KI-Startups immer häufiger anzutreffen. PsiBot hat seit seiner Gründung im Jahr 2024 mittlerweile rund 300 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Warum verkörperte KI jetzt wichtig ist

Verkörperte KI und Weltmodelle werden allgemein als die nächste Grenze der künstlichen Intelligenz angesehen. Sie stellen einen Wandel von Systemen dar, die Sprache verstehen, hin zu Systemen, die Physik verstehen – und die in der realen Welt agieren können.

Dies ist auch ein wichtiges Schlachtfeld im KI-Wettlauf zwischen den USA und China. Chinesische Unternehmen gehören zu den aggressivsten Erbauern von Weltmodellen und setzen auf drei Vorteile: starke staatliche Unterstützung, reichlich Industriedaten aus Fertigung und Logistik sowie ein florierendes Open-Source-Ökosystem.

Das Versprechen ist, dass Weltmodelle die nächste Welle von Maschinen definieren könnten, die nicht nur verbale Anfragen beantworten, sondern physisch mit Objekten interagieren – Lagerkommissionierer, Lieferroboter, autonome Fahrzeuge und schließlich humanoide Allzweckroboter.

Daten sind Chinas Vorsprung – und sein Flaschenhals

Wang äußerte sich offen über die Chance und die Herausforderung. Er argumentierte, dass Daten Chinas klarer Vorteil im Bereich der verkörperten KI seien, aber auch der größte Engpass, der das Feld zurückhalte.

„Selbst die Pionier-KI-Labore im Silicon Valley wie OpenAI und Meta verfügen nicht über gute Daten“, sagte Wang. Als Haupthindernisse nannte er hohe Erhebungskosten, Datenknappheit, mangelnde Standardisierung und schlechte Qualität.

Die Antwort von PsiBot besteht darin, seine eigenen Daten in großem Maßstab zu sammeln. Wang sagte, das Unternehmen plane, eine Million Datenpunkte zur physischen Interaktion zu sammeln – eine Zahl, die auf den enormen Datenbedarf von Trainingsmodellen hinweist, die die physische Welt und nicht nur Text verstehen müssen.

Die Chery-Verbindung

Das Engagement von Chery Automobile ist von strategischer Bedeutung. Als großer chinesischer Automobilhersteller bietet Chery PsiBot Zugriff auf die Art von realen Fahr- und Fertigungsdaten, die für das Training von Weltmodellen unerlässlich sind – und einen klaren Weg für den Einsatz dieser Modelle in Serienfahrzeugen.

Dies spiegelt ein umfassenderes Muster wider, bei dem chinesische KI-Startups mit Industriegiganten zusammenarbeiten, anstatt zu versuchen, alles von Grund auf neu aufzubauen. Die Kombination aus einem finanzkräftigen Autohersteller, einem in globale Lieferketten eingebetteten Sensorhersteller und einem KI-Forschungsteam schafft ein vertikal integriertes Schwungrad, das für westliche Konkurrenten nur schwer schnell nachzubilden ist.

Ein überfülltes chinesisches Einhornfeld

PsiBot schließt sich einer wachsenden Liste chinesischer KI-Startups an, die im Jahr 2026 Einhornbewertungen erreichen. Die Welle spiegelt die Überzeugung der Anleger wider, dass Chinas Kombination aus Kapital, Daten und industrieller Einsatzkapazität es zu einem ernsthaften Konkurrenten in der nächsten Phase der KI macht – auch wenn US-Exportkontrollen und geopolitische Spannungen die Landschaft verkomplizieren.

Bleiben Sie der KI immer einen Schritt voraus

Der Wettlauf um die verkörperte KI hat gerade erst begonnen, und Chinas Start-ups kommen schnell voran. Ob Weltmodelle ihr Versprechen halten, wird davon abhängen, wer das Datenproblem lösen kann – und PsiBot geht eine sehr große Wette darauf ein, dass es gelingt.

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