Der gefeierte Regisseur Christopher Nolan hat eine fulminante Einschätzung der künstlichen Intelligenz im Filmemachen abgegeben. Er beschrieb die Technologie als „genau zur falschen Zeit“ und lobte die jüngeren Generationen für ihre schnelle und harsche Ablehnung dessen, was er als „KI-Schrott“ bezeichnet.

Im Gespräch mit The Telegraph, während er für seine bevorstehende Adaption von Homers „Die Odyssee“ wirbt, die später in diesem Monat in die Kinos kommt, äußerte Nolan eine der bislang schärfsten Kritiken eines großen Filmemachers an KI. „Ich habe in meinem Leben noch nie eine schnellere Ablehnung eines vermeintlich grundlegenden Technologiesprungs erlebt“, sagte er. „Es wurde so viel Energie darauf verwendet, KI einzuführen, aber wenn man sich die Reaktion dieser Generation ansieht, ist sie eine völlige Ablehnung.“

Für diejenigen, die die Schnittstelle zwischen Technologie und Unterhaltung in unseren neuesten KI-Entwicklungen verfolgen: Nolans Kommentare kommen zu einem Zeitpunkt tiefer kultureller Besorgnis über die Rolle von KI in der Kreativbranche.

Gen Z durchschaut die Schlamperei

Nolan verwies auf zwei junge Regisseure – Kane Parsons und Curry Barker – die ihren Anfang auf YouTube hatten und deren Spielfilmdebüts Backrooms und Obsession dieses Jahr zu großen Hits wurden. Er nannte ihre Ambivalenz gegenüber KI als Sinnbild für eine breitere Ablehnung der Generationen.

„Ihr Urteil über KI-Schwachstellen war unmittelbar und hart“, sagte Nolan laut Futurism über das junge Publikum. „Sie erkennen es sehr schnell als das, was es ist – und es ist für sie viel einfacher, es zu identifizieren, weil es aus einer Online-Welt hervorgegangen ist, die sie sehr gut kennen.“

Der Regisseur, der für sein Beharren auf praktische Effekte und IMAX-Kinematographie bekannt ist, nannte auch seine eigenen Kinder – die Ende Teenager und Anfang Zwanzig sind – als weiteren Beweis für die Verachtung der Generation Z für KI-generierte Inhalte. Der Guardian berichtete, dass Nolan noch weiter ging und die Idee, dass KI den Menschen ersetzen würde, als „Unsinn“ bezeichnete und erklärte, dass die Menschen die Technologie im Großen und Ganzen „verachten“.

„Genau die falsche Zeit“

Nolans prägnanteste Beobachtung dürfte sein Timing-Argument sein. „Das bedeutet zwar nicht, dass jeder Aspekt der Technologie nutzlos oder bedeutungslos ist, aber beim Filmemachen kommt sie genau zum falschen Zeitpunkt“, sagte er. „Nachdem wir uns jahrelang auf stark virtuelle Umgebungen konzentriert haben, sehen wir ein erneutes Interesse an greifbareren, realeren Formen des Geschichtenerzählens.“

Der Kommentar ist von besonderem Gewicht, da er von einem Regisseur kommt, der seine Karriere auf dem Spektakel vor der Kamera aufgebaut hat. Nolan hat für Tenet eine echte Boeing 747 in die Luft gesprengt, für Oppenheimer eine Atomexplosion ohne CGI nachgestellt und soll für The Odyssey riesige praktische Sets verwenden, darunter auch maßstabsgetreue Nachbildungen antiker griechischer Schiffe.

Ein geteiltes Hollywood

Nolans Haltung bringt ihn in Konflikt mit einer wachsenden Fraktion in Hollywood, die sich für KI einsetzt. Im Juni gab der renommierte Regisseur Martin Scorsese bekannt, dass er mit einem KI-Startup zusammengearbeitet hat, dessen Technologie er beim Storyboarden seiner Filme nutzt. Wochen später ging das renommierte Studio A24 eine 75-Millionen-Dollar-Partnerschaft mit Google DeepMind ein, um KI-Tools für das Filmemachen zu entwickeln – ein Schritt, der bei Cineasten große Bestürzung hervorrief.

Aber Nolan ist nicht ganz allein. Regisseurkollege Guillermo del Toro gab auf die Frage, ob er jemals KI einsetzen würde, eine bekanntermaßen unverblümte Antwort: „Ich würde lieber sterben.“ Und in der gesamten Branche haben die Bedenken hinsichtlich KI-generierter Inhalte zugenommen, von TikTok-Feeds, die mit KI-Sachen überflutet sind, bis hin zur Übernahme eines Startups durch Netflix, das Filmmaterial mithilfe von KI modifiziert.

Die kulturelle Gegenreaktion geht über das Kino hinaus. Anfang des Jahres veröffentlichte ein KI-Agent einen Erfolgsartikel über eine reale Person ohne menschliche Aufsicht, und eine virale Welle von KI-generierten Bildern täuscht weiterhin Social-Media-Nutzer. Nolans Diagnose – dass jüngere Zielgruppen KI-Inhalte sofort erkennen können, weil sie aus ihrem eigenen digitalen Ökosystem stammen – deutet darauf hin, dass die Technologie möglicherweise eine steilere Akzeptanzkurve vor sich hat, als ihre Befürworter annehmen.

Die taktile Gegenbewegung

Nolan betrachtet die Ablehnung von KI als Teil eines Pendelschwungs weg von der virtuellen Produktion hin zur physischen Handwerkskunst. Nach einem Jahrzehnt, in dem Green Screens und digitale Umgebungen das Blockbuster-Filmemachen dominierten, scheint sich das Publikum zu Filmen hingezogen zu fühlen, die den Schwerpunkt auf greifbare, reale Spektakel legen.

Ob „The Odyssey“ mit seiner angeblichen Abhängigkeit von massiven praktischen Sets und Dreharbeiten vor Ort Nolans These an den Kinokassen bestätigt, bleibt abzuwarten. Aber das umfassendere Argument des Regisseurs – dass KI-generierte Inhalte eine Sackgasse für eine Kunstform darstellen, die auf menschlichem Handwerk basiert – findet in einer Zeit Anklang, in der das Publikum seine Müdigkeit gegenüber algorithmisch generierten Medien zum Ausdruck bringt.

„Die Leute verachten KI“, sagte Nolan schlicht. Für eine Branche, die darum kämpft, die Technologie auf allen Ebenen zu integrieren, ist dies eine Warnung, die schwer zu ignorieren sein wird.

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