DeepSeek hat die zweite Finanzierungsrunde, die es erst vor zwei Wochen unterbrochen hatte, wieder aufgenommen, und dieses Mal strebt das chinesische Startup für künstliche Intelligenz höhere Ziele an. Unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete Bloomberg am 6. August 2026, dass DeepSeek versucht, fast 8 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von etwa 74 Milliarden US-Dollar einzusammeln. The Information und Reuters bestätigten den Schritt und fügten hinzu, dass das Unternehmen auch plant, die Preise für seine Modelle zu erhöhen. Die Kehrtwende unterstreicht, wie schnell Chinas KI-Labore von einem Wettlauf um die Verschenkung von Kapazitäten zu einem Wettlauf um die Erzielung von Gewinnen übergehen. Verfolgen Sie die neueste Berichterstattung über die KI-Branche auf aibuzzwire.news.
Die Wiederaufnahme der Runde markiert eine deutliche Kehrtwende für ein Unternehmen, das Ende Juli kurzzeitig auf die Bremse trat. Am 25. Juli unterbrach DeepSeek die Finanzierungstage, nachdem unbestätigte Kommentare, die weithin dem Gründer Liang Wenfeng zugeschrieben wurden, viral gingen. In der angeblichen Abschrift wurde eine Abhängigkeit von Nvidia-Chips beschrieben und Chinas anhaltender Rückstand gegenüber den Vereinigten Staaten in der KI-Entwicklung anerkannt. DeepSeek hat die Bemerkungen nie bestätigt, aber der Zeitpunkt reichte aus, um die Diskussionen unter Investoren abzukühlen. Jetzt laufen diese Gespräche wieder, und das zu einem höheren Preis.
Von der Aussetzung zu einem höheren Preis
Die erste Finanzierungsrunde von DeepSeek wurde Ende Mai abgeschlossen und brachte 7 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 52 Milliarden US-Dollar ein. Weniger als einen Monat später, am 14. Juli, tauchten Berichte auf, dass das Unternehmen vorläufige Gespräche mit neuen Investoren über eine zweite Runde begonnen hatte, die den Wert des Unternehmens auf nahezu 71 Milliarden US-Dollar steigern würde – ein Anstieg um 37 %. Laut Bloomberg wird das Ziel durch die Wiederaufnahme der Finanzierungsrunde erneut auf etwa 74 Milliarden US-Dollar angehoben.
Der Aufwärtstrend ist in der Produktdynamik verankert. DeepSeek wird in den Berichten als „auf Hochtouren“ beschrieben, nachdem das Unternehmen sein V4-Flash-Modell herausgebracht hatte, das durch seinen Kosten-Leistungs-Kompromiss Aufmerksamkeit erregte – die gleiche Formel, die das Labor Anfang 2025 berühmt machte. Am 15. Juli berichteten Medien, dass DeepSeek eine Jahresumsatzbasis von nahezu 500 Millionen US-Dollar aufgebaut habe, eine Zahl, die seine Argumente für die Beschaffung von Milliarden und die Verfolgung einer Börsennotierung bestärkte.
plant, die Modellpreise zu erhöhen
The Information berichtete, dass DeepSeek neben der Wiederaufnahme der Finanzierungsgespräche plant, die Preise für seine Modelle zu erhöhen. Der Schritt spiegelt eine umfassendere Kehrtwende chinesischer KI-Unternehmen wider, die einen Großteil des Jahres 2025 und Anfang 2026 damit verbracht haben, westliche Labore preislich zu unterbieten, um Marktanteile zu gewinnen. Da die Bewertungen steigen und Anleger Renditen erwarten, weicht die Ära der Schenkungen einem Gewinnwettlauf.
Dieser Wandel gilt nicht nur für DeepSeek. Konkurrenten wie Alibaba und Moonshot AI haben bereits damit begonnen, ihre Geschäftsbedingungen anzupassen und zu testen, wie viel Unternehmen für in China entwickelte Spitzenmodelle zahlen werden. Die Preiserhöhungen von DeepSeek deuten darauf hin, dass das Unternehmen davon überzeugt ist, dass seine Technologie mittlerweile gut genug – und seine Nutzerbasis groß genug – ist, um mehr zu verlangen, ohne Kunden zu verlieren.
Kapital für Rechenzentren und Chips
Der ungewöhnlich schnelle Finanzierungsrhythmus ist auf die Hardwarekosten zurückzuführen. DeepSeek benötigt Kapital, um eigene Rechenzentren zu bauen und mehr Chips zu erwerben, heißt es in den Berichten, ein häufiger Druckpunkt, da die Modelle größer und die Trainingsläufe teurer werden. Das 8-Milliarden-Dollar-Ziel würde, wenn es erreicht wird, dem Startup eine der größten privaten Kriegskassen im chinesischen KI-Sektor bescheren.
Die Diskussionen seien noch im Gange und die Details könnten sich ändern, warnte Bloomberg. DeepSeek reagierte nicht sofort auf Anfragen von PYMNTS und anderen Stellen nach Kommentaren. Aber die Richtung ist klar: Das Labor, das einst die Branche mit einem Durchbruch bei niedrigen Kosten faszinierte, setzt jetzt große Wetten – und bittet Investoren, mitzumachen.
Was es für den KI-Finanzierungsboom bedeutet
Die wieder aufgenommene Runde von DeepSeek befindet sich inmitten einer Rekordstrecke bei der Mittelbeschaffung für KI. Mittlerweile fließen zwei Drittel des gesamten Risikokapitals an KI-Startups, wobei OpenAI und Anthropic den Löwenanteil auf sich nehmen. Chinesische Labore haben sich bemüht, Schritt zu halten, und DeepSeeks Bewertung von fast 74 Milliarden US-Dollar würde es zu einem der am höchsten bewerteten privaten KI-Unternehmen der Welt machen.
Für Anleger stellt sich die Frage, ob das Umsatzwachstum von DeepSeek diesen Preis rechtfertigen kann. Für die Konkurrenten ist die Botschaft, dass sich der Preiskampf abkühlt. Und für den breiteren Markt signalisiert der Finanzierungsansturm die Zuversicht, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur noch in den Kinderschuhen steckt – selbst wenn die Rechnungen in die zweistelligen Milliardenhöhe steigen.
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